27.06.2016
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merkzettel

US-Vorwahl Iowa: Cruz besiegt Trump - Clinton und Sanders gleichauf

Video"Cruz noch radikaler als Trump"
Ted Cruz bei den Vorwahlen in Iowa

"Donald Trump hat eben nicht gewonnen", berichtet ZDF-Korrespondent Ulf Röller über die Vorwahlen in Iowa. Dabei sei Spitzenreiter Ted Cruz noch konservativer und radikaler als der Multimilliardär.

(02.02.2016)

VideoUS-Wahlkampf in Iowa
Gäste eines Restaurants beobachten die republikanische Präsidentschafts-Debatte im Fernsehen in Des Moines, Iowa am 28.01.2016

Traditionell beginnen die Vorwahlen im US-Wahlkampf im ländlichen Iowa. Bei den Demokraten liefern sich Hillary Clinton und Bernie Sanders ein enges Rennen. Bei den Republikanern führt Donald Trump.

(01.02.2016)

VideoUS-Vorwahl: Spannung in Iowa
Bernie Sanders auf der Bühne

Als erster US-Bundesstaat stimmt Iowa über die Präsidentschaftsbewerber von Demokraten und Republikanern ab. Dabei zeichnet sich zwischen den Kandidaten ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen ab.

(31.01.2016)

VideoWenn Trump gewinnen würde ...
Donald Trump

Er poltert oft laut, ist schrill und mit seinem Programm für viele das Horror-Szenario für die Nachfolge im Oval Office. Wir zeigen die Welt nach der US-Präsidenten-Wahl - mit dem Sieger Donald Trump.

(18.01.2016)

Im Präsidentschaftswahlkampf der USA hat Ted Cruz bei den Republikanern die erste Vorwahl im Bundesstaat Iowa laut US-Medien für sich entschieden und damit Donald Trump auf Platz zwei verwiesen. Bei den Demokraten liegt Hillary Clinton nur knapp vor Bernie Sanders. 

Der erzkonservative Präsidentschaftskandidat Ted Cruz hat die erste Vorwahl der Republikaner in Iowa für sich entschieden. Am Montagabend (Ortszeit) zog der Senator von Texas am Milliardär und Umfragen-Spitzenreiter Donald Trump vorbei und sprach von einem Triumph einer Graswurzelbewegung gegen das "Washington-Kartell". Trump zeigte sich mit seinem zweiten Platz zufrieden.

Er setze nun auf einen Sieg bei der nächsten Vorwahl in New Hampshire in einer Woche, sagte Trump. Bei den Demokraten lieferten die sich Favoritin Hillary Clinton und ihr aufstrebender Rivale Bernie Sanders bis zuletzt ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen. Mit einem hauchdünnen Abstand von nur wenigen zehntel Prozentpunkten sicherte sich Clinton schließlich den Sieg vor Bernie Sanders (74), dem Senator aus Vermont. Nach 99 Prozent der übermittelten Stimmen lag Clinton bei 49,9 Prozent, Sanders bei 49,6 Prozent.

Vorwahlreigen für die Präsidentschaftswahl eröffnet

Iowa eröffnete am Montag den Vorwahlreigen in den USA, bei dem die Bewerber der Demokraten und Republikaner bei den Parteianhängern um die Nominierung als Präsidentschaftskandidat buhlen. Aus Ergebnissen der Abstimmungen ergibt sich die Zahl der Delegierten, die bei den Parteitagen im Sommer ihre Stimme für die Aspiranten abgeben. Zwar macht Iowa nur rund ein Prozent der sogenannten Wahlmänner aus. Doch dürfte Cruz mit seinem jüngsten Erfolg seine Position im dicht gedrängten Bewerberfeld der Republikaner auf Wochen hinaus weiter gestärkt haben.

Zum Sieg in Iowa trugen den Senator von Texas die große Unterstützung evangelikaler und konservativer Wähler. Bei einer Wahlkampfparty in Des Moines brachen seine Anhänger nach Bekanntgabe der Ergebnisse in Jubel aus. "Wir wollen Ted", skandierte die Menge. Im Interview der AP erklärte Cruz später, seine Kampagne sei von Anfang als eine Bewegung für Amerikaner ausgerichtet worden, "die sich gegen das Desaster des Washingtoner Kartells" stelle.

Sieg von Cruz: Schwerer Schlag für Trump

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Cruz' Sieg war ein schwerer Schlag für Trump, der das Bewerberfeld über Monate hinweg trotz höchstumstrittener Äußerungen über Frauen und Minderheiten anführt. In Iowa landete er knapp vor Senator Marco Rubio auf dem zweiten Platz. Er fühle sich geehrt durch die Unterstützung der Menschen in Iowa, erklärte Trump vor Anhängern. Den Kampf um die Nominierung als Präsidentschaftskandidat werde er aber nicht aufgeben. Sein Augenmerk gelte nun der nächsten Vorwahl in New Hampshire kommende Woche.

Rubio strich sein unerwartet starkes Abschneiden heraus. "Wir haben den ersten Schritt unternommen, aber einen wichtigen Schritt, um die Nominierung zu gewinnen", erklärte er bei einer Kundgebung in Des Moines.

Republikaner Huckabee und Demokrat O'Malley steigen aus

Das Bewerberfeld der Republikaner lichtete sich nach der Vorwahl in Iowa etwas: Mike Huckabee erklärte auf Twitter das offizielle Ende seiner Wahlkampfkampagne. Der frühere Gouverneur von Arkansas dankte seinen Anhängern für ihre loyale Unterstützung. Er hatte sich bereits vor acht Jahren erfolglos um das Präsidentenamt bemüht.

Bei den Demokraten gab auch Martin O'Malley seine Ambitionen auf das Präsidentenamt auf. Damit verblieben Clinton und Sanders im Rennen. Seine Partei müsse sich stark hinter den letztendlichen Kandidaten stellen, sagte O'Malley.

Erste Vorwahl in Iowa

Staat im Mittleren Westen

Anfang Februar hat der Bundesstaat im Mittleren Westen bei den Vorwahlen eine erste Entscheidung getroffen, wer in der Hauptstadt künftig als Präsident den Ton angeben soll. Iowa mit seinen 3,1 Millionen Einwohnern ist geprägt von Maisfeldern, Schweineställen und schier endlos flachem Land. Des Moines ist die Hauptstadt des Bundesstaates, der etwa doppelt so groß wie Bayern ist.

Warum Iowa so wichtig ist

Iowa stellt bei den Demokraten nur 52 der gut 4.700 Delegierten für den Nominierungsparteitag, bei den Republikanern kommen 30 von knapp 2.500 Delegierten aus dem Bundesstaat. Dennoch verbringen die Präsidentschaftsbewerber wegen der medialen Aufmerksamkeit für die erste Vorwahl viel Zeit in dem dünn besiedelten Staat im Herzen Amerikas. Die Zeitung "Des Moines Register" zählte seit Beginn des Wahlkampfes mindestens 1.200 Auftritte von demokratischen und republikanischen Präsidentschaftsanwärtern - zehn Mal so viel wie im bevölkerungsreichsten Bundesstaat Kalifornien.

Die Vorreiterrolle geht auf den Wahlkampf 1972 zurück, als die Demokraten ihren Nominierungsparteitag auf den Juli vorverlegten. Daraufhin organisierte die Partei in Iowa ihre Vorwahlen im Januar. Die Republikaner zogen vier Jahre später nach. Später schrieb das Parlament von Iowa gesetzlich fest, dass in dem Bundesstaat die erste Vorwahl für Präsidentschaftskandidaten stattfinden soll.

Kritiker bemängeln, dass Iowa seinen großen Einfluss auf die Kandidaten-Auslese nicht verdiene, weil es mit seinen 3,1 Millionen Einwohnern knapp ein Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht und die ganz überwiegend weiße Wählerschaft nicht die Vielfalt des Landes widerspiegelt. Auch die starke Prägung der Wirtschaft durch den Agrarsektor ist nicht repräsentativ.

Was passiert beim Caucus in Iowa?

Überall in dem Bundesstaat treffen sich Anhänger beider Parteien in Schulen, Kirchen oder Bibliotheken zu abendlichen Wahlversammlungen, um über die Bewerber und ihre politischen Programme zu diskutieren. Insgesamt halten Republikaner und Demokraten in knapp 1.700 Stimmbezirken einen Caucus ab. In Städten nehmen nicht selten mehrere hundert Menschen an einer Wahlversammlung teil, auf dem Land erscheinen oft nur zwei Dutzend Parteianhänger.

Der Ablauf der Wahlversammlungen unterscheidet sich je nach Partei. Bei den Republikanern hören die Caucus-Teilnehmer zunächst kurze Reden von Vertretern der Bewerber, ehe sie in geheimer Wahl für ihren Favoriten votieren. Die Resultate aus den einzelnen Stimmbezirken werden dann zu einem Gesamtergebnis zusammengerechnet, auf dessen Grundlage die Delegierten aus Iowa für den republikanischen Nominierungsparteitag proportional verteilt werden.

Deutlich unübersichtlicher ist es bei den Demokraten, wo buchstäblich mit den Füßen abgestimmt wird. Die Caucus-Teilnehmer werden gebeten, sich in jene Ecke des Saals zu begeben, die mit dem Namen ihres Lieblingskandidaten gekennzeichnet ist. Wahlgeheimnis gibt es also nicht, es wird Kopf für Kopf durchgezählt.

Gruppieren sich in einer Ecke weniger als 15 Prozent der Anwesenden, sind deren Stimmen nicht gültig. Entweder können sie sich dem Lager eines anderen Bewerbers anschließen oder die Wahlversammlung verlassen. Die Ergebnisse aus den Stimmbezirken fließen am Ende in einen komplizierten Schlüssel ein, mit dem die Demokraten in Iowa die Vergabe ihrer Delegierten - und damit den Gewinner der Vorwahl - bestimmen.

Wer stimmt in Iowa ab?

Zu den Versammlungen sind nur Parteimitglieder zugelassen, allerdings sind Beitritte und Parteiwechsel noch am Wahlabend erlaubt. Wegen des aufwändigen Verfahrens stimmt gewöhnlich lediglich eine Minderheit der rund 612.000 registrierten Republikaner und der rund 584.000 registrierten Demokraten in Iowa ab. Vor vier Jahren lag die Wahlbeteiligung beim Caucus der Republikaner beispielsweise bei etwa 20 Prozent.

Vorwahlergebnis 2012

Die Vorwahl 2012 gewann bei den Republikanern Rick Santorum vor Mitt Romney. Das ergab damals die endgültige Auszählung, direkt nach der Vorwahl war noch Romney als Sieger genannt worden. Bei den Demokraten galt die Nominierung von Amtsinhaber Barack Obama bereits als sicher, in vielen Staaten trat er ohne Herausforderer an.

Als Faustregel gilt: Wer in Iowa gewinnt, hat die Kandidatur noch längst nicht in der Tasche. Wer aber schlecht abschneidet, dem droht die finanzielle Unterstützung wegzubröckeln.

Wie geht es weiter?

Infografik: Suche nach einem Obama-Nachfolger

Nach dem Caucus in Iowa finden nahezu wöchentlich Vorwahlen statt - besonders viele am "Super Tuesday" am 1. März.

Mit Material von afp, dpa

02.02.2016, Quelle: ap, dpa
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