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In Recklinghausen gewohnt Paris-Attentäter der Polizei lange bekannt

VideoParis-Angreifer galt nicht als Gefährder
Der bei einem Angriff auf Pariser Polizisten erschossene Mann war kriminell, galt laut ZDF-Terrorismus-Experte Elmar Theveßen jedoch nicht als Gefährder.

Der bei einem Angriff auf Pariser Polizisten erschossene Mann war kriminell, galt laut ZDF-Terrorismus-Experte Elmar Theveßen jedoch nicht als Gefährder.

(10.01.2016)

VideoPariser Attentäter lebte in NRW
Poizei vor der Asylunterkunft in Recklinghausen

Der mutmaßliche Attentäter, der in Paris zwei Polizisten angegriffen hat, lebte in einem Flüchtlingsheim in Recklinghausen. Die wahre Identität des Mannes ist jedoch noch unbekannt.

(10.01.2016)

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Das französische Militär sichert den Tatort nach dem Angriff eines Bewaffneten auf eine Polizeiwache in Paris.

In Paris wurde ein bewaffneter Mann beim Angriff auf eine Polizeiwache getötet. Er trug einen Sprengstoffgürtel – eine Attrappe wie sich später herausstellte. Die Terrorermittlungen wurden aufgenommen

(07.01.2016)

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Frankreich erinnert an die Mordanschläge auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo vor einem Jahr. In die Trauer platzen Schüsse: Ein bewaffneter Mann versucht eine Polizeiwache zu stürmen.

(07.01.2016)

Der Mann, der eine Polizei-Station in Paris angegriffen hatte, ist der Polizei bekannt gewesen. Er lebte bis vor kurzem in Recklinghausen in einer Asylunterkunft, gab diverse Personalien an. "Weil er nicht als Gefährder eingestuft wurde, wurde nicht nach ihm gefahndet", so ZDF-Terrorismusexperte Theveßen. 

Der bei einem Angriff auf Pariser Polizisten erschossene Mann war sogar schon inhaftiert. Er habe unter verschiedenen Identitäten Straftaten verübt und eine einmonatige Freiheitsstrafe unter anderem in Heinsberg, Iserlohn und Bochum abgesessen, sagte der Direktor des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen, Uwe Jacob, in Düsseldorf. Gegen ihn sei unter anderem wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz, Rauschgifthandel und Körperverletzung ermittelt worden. Der Mann lebte zuletzt in einem Asylbewerberheim in Recklinghausen.

De Maizière: Änderung der Registrierungen zur rechten Zeit

Der Mann, der 2013 zum ersten Mal nach Deutschland eingereist sein soll und davor fünf Jahre illegal in Frankreich lebte, habe mindestens sieben Identitäten vorgespielt. Ausgegeben habe er sich als Tunesier, Marokkaner und Georgier. "Wir sind uns nicht sicher, wer er tatsächlich ist", sagte Jacob. Anfang August vergangenen Jahres sei er nach Recklinghausen gekommen.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte in der ZDF-Sendung "Berlin direkt", die mehrfache Registrierung des Angreifers zeige, dass eine Gesetzesänderung gerade recht komme. Ab kommender Woche solle die Registrierung von Asylbewerbern in Deutschland derart vernetzt werden, dass jederzeit "an einem Ort genau gewusst wird, was am anderen geschehen ist".

Im Dezember 2015 spurlos verschwunden

Attentäter von Paris

Erschossener Angreifer von Paris
Quelle: dpa

Wie das ZDF aus Sicherheitskreisen erfuhr, wurde der Mann nach seiner illegalen Einreise  aufgegriffen und erkennungsdienstlich behandelt, d.h. sein angegebener Name registriert und seine Fingerabdrücke genommen. Seitdem ist er in Deutschland wiederholt polizeilich aufgefallen, unter anderem wegen Diebstahls und Körperverletzung. Einmal wurde bei ihm auch eine Schreckschusspistole gefunden. Nach diesen Vorfällen hat er bei den Behörden jeweils unterschiedliche Namen und Nationalitäten angegeben, konnte aber aufgrund der Fingerabdrücke immer der illegalen Einreise von Januar 2013 zugeordnet werden.

Er hat offenbar mehrfach in Deutschland unter verschiedenen Namen Asyl beantragt und lebte zuletzt in einer Unterkunft in Recklinghausen. Dort war er im September aufgefallen, weil er ein IS-Symbol in seinem Zimmer hatte. Trotz vielfältiger Ermittlungen gegen ihn vor diesem Vorfall und einer Überprüfung danach, gab es keine belastbaren Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund und eine Vernetzung zum sogenannten Islamischen Staat. Deshalb war er von den Ermittlern als Krimineller, nicht aber als Gefährder eingestuft. Im Dezember 2015 verschwand er spurlos aus der Asylunterkunft in Recklinghausen.

"Nicht zur Fahndung ausgeschrieben"

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"Er galt als Krimineller, der Diebstähle begangen hatte, auch Körperverletzungen, aber er war nicht zur Fahndung ausgeschrieben", so ZDF-Terrorismusexperte Elmar Theveßen. "Und so kann es sein, dass jemand aus Deutschland verschwindet und anderswo mit einer neuen Straftat, in diesem Fall mit einem Verbrechen, wieder auftaucht.“

Der mutmaßliche Islamist war am ersten Jahrestag des Anschlags auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo", an einer Polizeistation in Paris auf zwei Polizisten zugelaufen, hatte "Allah ist groß" gerufen und ein Schlachterbeil gezogen. Die Beamten erschossen ihn.

Deutsche Sim-Karte gefunden

Nach dem Anschlagsversuch in Paris in der vergangenen Woche fand die französische Polizei bei ihm ein Handy mit deutscher Sim-Karte und stellte eine Anfrage an die deutschen Behörden. Einsatzkräfte der Polizei hatten nach konkreten Hinweisen von französischen Sicherheitsbehörden am Samstag die betreffende Wohnung durchsucht, hieß es.

Die deutschen Ermittler gehen laut Jacob davon aus, dass es sich um einen Einzeltäter handelt. Es gebe keinen Hinweis darauf, dass ein Netzwerk im Hintergrund stehe. In seinem Zimmer in Recklinghausen seien selbst gefertigte Zeichnungen von IS-Fahnen gefunden worden.

10.01.2016, Quelle: ZDF, afp, dpa
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