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Nach Attacke auf Pariser Polizei Angreifer wohnte in Asylbewerberunterkunft in NRW

BildPariser Polizeistation
Pariser Polizeistation einen Tag nach der vereitelten Attacke vom 07.01.2016

(Quelle: dpa)

VideoBewaffneter bei Angriff getötet
Das französische Militär sichert den Tatort nach dem Angriff eines Bewaffneten auf eine Polizeiwache in Paris.

In Paris wurde ein bewaffneter Mann beim Angriff auf eine Polizeiwache getötet. Er trug einen Sprengstoffgürtel – eine Attrappe wie sich später herausstellte. Die Terrorermittlungen wurden aufgenommen

(07.01.2016)

VideoCharlie Hebdo ein Jahr danach
Frankreich erinnert an die Mordanschläge auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo

Frankreich erinnert an die Mordanschläge auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo vor einem Jahr. In die Trauer platzen Schüsse: Ein bewaffneter Mann versucht eine Polizeiwache zu stürmen.

(07.01.2016)

VideoKlavier vor dem Bataclan

"Auch ein Anschlag auf die Musik." Davide Martello hat mit seinem Flügel in Paris da gespielt, wo die Wunden am größten sind. Einmal muss er das Spielen kurz unterbrechen.

(17.11.2015)

Der Mann, der am Donnerstag eine Polizei-Station in Paris angegriffen hat, lebte in einer Asylbewerberunterkunft in Nordrhein-Westfalen. Das Landeskriminalamt durchsuchte die Wohnung in Recklinghausen. Die französische Polizei hatte den IS-Sympathisanten bei seinem Angriff erschossen. 

Einsatzkräfte der Polizei hatten nach konkreten Hinweisen von französischen Sicherheitsbehörden am Samstag die betreffende Wohnung durchsucht, hieß es. Nach bisherigen Erkenntnissen des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen hätten sich aber keine Hinweise auf weitere mögliche Anschläge ergeben.

Sim-Karte führte nach Deutschland

Der Angreifer hatte am vergangenen Donnerstag - dem ersten Jahrestag des Anschlags auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" -mit einem Metzgerbeil bewaffnet und "Allahu Akbar" (Gott ist groß) rufend Polizisten vor einem Kommissariat im Pariser Viertel Goutte d'Or nahe des Touristen-Magneten Montmartre attackiert. Die wachhabenden Polizisten erschossen den Mann, der auch eine Sprengstoffgürtel-Attrappe trug.

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Bei der Leiche wurde ein Bekennerschreiben mit einer aufgemalten Fahne der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gefunden, in dem der Mann IS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi die Treue schwört. Zudem fanden Ermittler in seinem Handy eine deutsche Sim-Karte. Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete deswegen Terror-Ermittlungen ein. Aus französischen Ermittlerkreisen hieß es am Freitag, Verwandte hätten den Toten als einen Tunesier namens Tarek Belgacem identifiziert.

Viele Namen, viele Nationalitäten

Das LKA setzte nach eigenen Angaben eine Ermittlungskommission ein. Diese stimme sich eng mit den französischen Sicherheitsbehörden ab und stehe zudem im engen Informationsaustausch mit dem Bundeskriminalamt.

Wie die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise schreibt, war der Mann in der Bundesrepublik unter vier Aliasnamen registriert, Asyl habe er unter dem Namen Walid Salihi beantragt. In einer Flüchtlingsunterkunft in Recklinghausen habe er im September 2015 das Zeichen des IS an die Wand gemalt. Die in Deutschland angegebenen Staatsangehörigkeiten waren der Zeitung zufolge mal syrisch, mal marokkanisch, mal georgisch. Der Mann sei dort zudem mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten.

Mann verschwand im Dezember aus Unterkunft

In Frankreich hatte sich der Mann laut Staatsanwalt bei einer früheren Kontrolle als Marokkaner ausgegeben. In einem bei ihm gefundenen Schreiben nannte er dagegen einen anderen Namen und bezeichnete sich als Tunesier - als dieser soll er französischen Medien zufolge auch von seinem Umfeld erkannt worden sein. Seine tatsächliche Identität ist aber noch nicht offiziell bestätigt.

Nach Informationen des Nachrichtenportals "Spiegel Online" posierte der Mann in seiner nordrhein-westfälischen Flüchtlingsunterkunft mit einer IS-Fahne. Die Landesbehörden stuften ihn demnach als Verdachtsfall ein, doch im Dezember 2015 verschwand er spurlos aus Recklinghausen.

10.01.2016, Quelle: afp, dpa
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