25.07.2016

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Vorwürfe gegen UNO Missbrauch durch UN-Soldaten: Ban entsetzt

VideoMissbrauchsvorwürfe gegen UN-Truppen
UN-Fahrzeuge in der Zentralafrikanischen Republik

In der Zentralafrikanischen Republik sollen Blauhelmsoldaten in 22 Fällen an sexuellem Kindesmissbrauch beteiligt gewesen sein. Vertreter der Vereinten Nationen zeigten sich tief getroffen.

(30.01.2016)

VideoSkandal um UN-Blauhelme in Haiti
Immer wieder werden Vorwürfe gegen die Blauhelme auf Haiti laut. Vor allem in den Slums werden den Friedenstruppen Vergewaltigungen oder sexuelle Nötigung vorgeworfen.

Immer wieder werden Vorwürfe gegen die Blauhelme auf Haiti laut. Vor allem in den Slums werden den Friedenstruppen Vergewaltigungen oder sexuelle Nötigung vorgeworfen.

(16.12.2015)

VideoVorwürfe gegen UNO-Blauhelme
Blauhelme.

Die UNO steht seit Monaten in der Kritik, nicht genug gegen Übergriffe und sexuellen Missbrauch durch Blauhelmsoldaten zu tun. Jetzt will UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon durchgreifen.

(13.08.2015)

Die Vorwürfe gegen UN-Truppen wiegen schwer: In mindestens 69 Fällen sollen Blauhelmsoldaten an sexuellem Missbrauch beteiligt gewesen sein, auch Kinder sind unter den Opfern. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich tief getroffen. 

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ist nach eigenen Worten zutiefst entsetzt über neuerliche Missbrauchsvorwürfe gegen Friedenssoldaten in der Zentralafrikanischen Republik. Die Vereinten Nationen seien beschämt, dass ihre Truppen in dem von Gewalt traumatisierten Land Kindern sexuelle Gewalt angetan haben sollen, sagte Ban an diesem Samstag in einer Rede zur Eröffnung eines Gipfeltreffens der Afrikanischen Union in Addis Abeba.

Sechs Minderjährige erheben Vorwürfe

Das UN-Menschenrechtskommissariat hatte am Freitag mitgeteilt, es habe sechs weitere Verdachtsfälle sexuellen Kindesmissbrauchs durch europäische Soldaten in der Zentralafrikanischen Republik entdeckt. Ein UN-Team habe Mädchen befragt, die ausgesagt hätten, ihre Peiniger stammten aus der von Georgien geführten EUFOR-Truppe. Der Missbrauch soll 2014 in einem Lager in der Nähe des Flughafens von Bangui stattgefunden haben, aber erst vor einigen Wochen bekannt geworden sein.

Insgesamt rechnen die UN mit 69 bestätigten sexuellen Übergriffen bei ihren Friedensmissionen im gesamten Jahr 2015. 22 davon seien in der Zentralafrikanischen Republik erhoben worden. Neben den Vorwürfen gegen europäische UN-Soldaten gebe es welche gegen Blauhelmsoldaten aus Bangladesch, Marokko, Kongo, Niger und Senegal.

UN: Zahlen steigen

Zum ersten Mal seit fünf Jahren sei die Zahl der Vorwürfe wieder gestiegen, sagte Anthony Banbury, stellvertretender Generalsekretär für den Außendienst. Mit den Tränen kämpfend versprach er, sexuellen Missbrauch durch UN-Friedenstruppen auszumerzen. "Die Vereinten Nationen tun alles Mögliche, um die Opfer zu unterstützen, Verantwortung und Gerechtigkeit walten zu lassen und zu verhindern, dass solche Fälle (...) sich wiederholen."

So soll es künftig ein öffentliches Register über entsprechende Ermittlungen und Verfolgung durch diejenigen Mitgliedstaaten geben, die Truppen bereitstellen. Ein im Februar erscheinender Bericht von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zu dem Thema wird erstmals die Länder namentlich nennen, deren Truppen solcher Verbrechen beschuldigt werden. Zudem soll diese Liste im Internet veröffentlicht und mit dem Stand ihrer jeweiligen Ermittlungen laufend aktualisiert werden.

Verfolgung ist Ländersache

Nach UN-Richtlinien sind die Länder für die strafrechtliche Verfolgung von Delikten, die ihre Militärangehörigen im Dienst begehen, allein verantwortlich. Einen regelmäßigen UN-Bericht über beschuldigte Länder gibt es bisher nicht. Zudem finden Opfer teils nie heraus, ob die Täter zur Rechenschaft gezogen wurden. Selbst wenn es seitens der UN "hohe Erwartungen" an die Länder gibt, Fortschritte bei der Verfolgung zu melden, bleibt es ihnen selbst überlassen, ob sie Bericht darüber erstatten.

In den vergangenen Monaten waren immer wieder Missbrauchsvorwürfe gegen Soldaten in der Zentralafrikanischen Republik laut geworden. Religiöse Konflikte haben dort Tausenden das Leben gekostet und nach UN-Angaben rund 470.000 Menschen zur Flucht in die Nachbarländer Kamerun, Tschad und Kongo gezwungen. Die Zentralafrikanische Republik zählt zu den ärmsten Ländern der Welt.

30.01.2016, Quelle: dpa, ap
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