28.06.2016
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merkzettel

Abgas-Skandal VW-Chef Müller: "Wir sind gewappnet"

VideoVW-Skandal: "Klärung braucht Zeit"
Matthias Müller

"Wir nehmen die Sammelklagen gegen uns sehr ernst. Eine externe Untersuchung wurde beauftragt, aber der Vorgang ist komplex", so VW-Vorstandsvorsitzender Matthias Müller zu den Vorwürfen gegen VW.

(01.03.2016)

VideoRückrufaktion bei VW angelaufen
Bei VW läuft heute die größte Rückrufaktion in der Konzerngeschichte an.

Bei VW läuft heute die größte Rückrufaktion in der Konzerngeschichte an. Rund 2,4 Millionen VW-Besitzer werden gebeten, die Abgasmanipulierten Dieselautos umrüsten zu lassen.

(02.02.2016)

VideoErkenntnisse zum VW-Skandal
Durchführung eines Abgastests.

Als die VW-Abgas-Affäre aufflog, bestritt Winterkorn davon gewusst zu haben. Die Bild am Sonntag meldet jetzt: Der ehemalige Konzernchef sei frühzeitig darüber informiert worden.

(14.02.2016)

Der Abgasskandal - wer wusste was wann bei VW? Auch der neue Vorstandschef Matthias Müller ist im Visier der Justiz, Sammelklagen wegen Betrugs laufen gegen ihn. Im ZDF reagierte er gelassen: "Wir sind gewappnet." Konkreter wolle er sich erst äußern, wenn die interne Untersuchung abgeschlossen ist. 

VW-Chef Müller ist in den USA mit drei Sammelklagen konfrontiert, die Vorwürfe: Betrug, Vertragsbruch, irreführende Werbung und Wettbewerbsverzerrung. "Diese Vorwürfe können wir ausräumen", sagte er im ZDF. Es sei absehbar gewesen, dass diese Klagen auf VW zukommen. "Wir sind entsprechend gewappnet und werden zu gegebener Zeit dagegen argumentieren."

Kein Kommentar zu "Spekulationen" über Winterkorn

Vorwürfe, sein Vorgänger Martin Winterkorn habe den VW-Aktionären Informationen über den Diesel-Skandal viel zu lange vorenthalten, wertete er als Spekulationen. Erst nach dem Untersuchungsbericht durch eine externe Anwaltskanzlei könne man dies beurteilen. Es handele sich um eine komplexe Angelegenheit.

Die "Bild am Sonntag" hatte berichtet, dass ein VW-Manager Ex-Chef Winterkorn in einem Brief vom 4. September 2015 darüber informiert hat, dass Führungskräfte des Autobauers am 3. September bei einem Treffen mit der US-Umweltbehörde CARB den Einsatz von Manipulationssoftware zugegeben hätten. Der Brief sei hausintern direkt an Winterkorn gegangen. Die Öffentlichkeit erfuhr erstmals am 18. September von Manipulationen, als die US-Umweltschutzbehörde EPA erklärte, VW habe vorsätzlich Abgasvorschriften umgangen.

Rückrufaktion zu Reparatur angelaufen

Was die Reparatur der betroffenen VW-Dieselfahrzeuge angeht, sagte Müller, die Rückrufaktion laufe doppelt so schnell an wie geplant. Man wolle die Aktion im Laufe des Jahres abschließen.

Weitere Links zum Thema
Müller rechnet mit einer raschen Erholung der Verkaufszahlen von Volkswagen nach dem Rückgang durch den Diesel-Abgasskandal. Der Konzern sei gut ins neue Jahr gestartet, wie nach dem Plus im Januar auch an den noch nicht veröffentlichten Februar-Zahlen zu erkennen sei, erklärte Müller in Genf am Vorabend der Automesse. "Und von daher bin ich zuversichtlich, dass es bei einer Delle bleibt, und dass wir dieses Tief zügig überwinden", sagte er auf einer Veranstaltung, die VW in diesem Jahr mit knapp 500 Gästen in viel kleinerem Rahmen abhielt als unter Müllers Vorgänger Winterkorn, der wegen des Skandals zurückgetreten war.

Enorme Kosten

Volkswagen hatte sich mit der Manipulation von Abgaswerten bei elf Millionen Diesel-Pkw weltweit im vergangenen Jahr den ersten Absatzrückgang seit 2002 eingebrockt. Der Konzern lieferte mit seinen zwölf Marken 9,93 Millionen Fahrzeuge aus, ein Minus von zwei Prozent gegenüber 2014.

Die enormen Kosten für Rückrufe und Rechtsstreitigkeiten vor allem in den USA könne er nicht beziffern, sagte Müller. Das hänge maßgeblich von den Verhandlungen mit den US-Umweltbehörden ab. Neben Schadensersatzklagen von Kunden und Anlegern drohen VW Geldstrafen wegen des Verstoßes gegen das Luftreinhaltegesetz. Das US-Justizministerium hatte in seiner Klage bis zu 46 Milliarden Dollar Geldbuße beantragt. Die Höhe der Strafe und die Rückrufkosten für die knapp 600.000 Fahrzeuge in den USA sind Müller zufolge Knackpunkte in den schon monatelangen Verhandlungen mit der Umweltbehörde EPA. "Wir haben ein Paket, von dem wir sehr überzeugt sind", sagte er.

01.03.2016, Quelle: ZDF
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