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Wendelstein 7-X Merkel bestaunt den Stellarator

VideoPlasma im Stellarator
Kanzlerin Merkel iim Kernfusions-Zentrum

In der Kernfusions-Forschungsanlage "Wendelstein 7-X" in Greifswald startet heute ein neues Energieprojekt. Aus Wasserstoff soll erstmals nach dem Prinzip der Sonne Energie gewonnen werden.

(03.02.2016)

VideoKernfusion: neue Energie?
Wendelstein 7-X in Greifswald.

Aus der Verschmelzung von Atomkernen soll sie entstehen - ganz nach dem Vorbild der Sonne: Saubere, sichere, endlose Energie. Ein Menschheitstraum, der wahr werden könnte.

(03.02.2016)

VideoEnergiequelle Kernfusion
Forschungsprojekt Wendelstein 7-X

Greifswalder Forscher haben neue Wege in der Energiegewinnung erkundet. Heute startet Wendelstein 7-X, eine Forschungsanlage, die die Sonne nachahmt.

(10.12.2015)

Energie im Überfluss produzieren: klimaneutral und auch noch billig. Davon träumt die Menschheit - sicher auch die Kanzlerin. Sie bestaunte heute das Kernfusionsexperiment "Wendelstein 7-X" in Greifswald. Es markierte einen Meilenstein, um dem Träumen ein Ende zu bereiten. 

Erstmals wabert es durch die Kernfusions-Forschungsanlage "Wendelstein 7-X": Wasserstoff-Plasma. Das Gas ist ein energetischer Wunderstoff und zentrale Voraussetzung für eine kontrollierte Kernfusion. Sie lässt die Sonne und alle anderen Sterne so hell und heiß werden. Bislang funktionierte eine menschengemachte Kernfusion nur unkontrolliert als Wasserstoffbombe.

Ließe sich diese schier unerschöpfliche Energiequelle kontrollieren, wären sämtliche Energieprobleme verschwunden. Gelingen soll das mithilfe eines Stellarators: Er gewinnt aus Wasserstoff-Plasma Energie. So könne aus vier Eimern Wasser könne einmal so viel Energie gewonnen werden wie aus 40 Tonnen Kohle, erläuterte Sibylle Günter, die wissenschaftliche Direktorin des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik (IPP).

Kein Wunder, dass die Klima-Kanzlerin Merkel dabei war, als Wendelstein 7-X den ersten Schritt in Richtung kontrollierte Kernfusion machte. Der zeigte sich durch ein kurzes aber helles Leuchten auf den Monitoren, übertragen von Kameras aus dem Inneren des Stellarators von Wendelstein 7-X.

Mehrere Millionen Grad - für eine halbe Sekunde

Mikrowellen heizten den Wasserstoff auf mehrere Millionen Grad Celsius auf. Dadurch verwandelte er sich in ein extrem dünnes, elektrisch geladenes Gas: Wasserstoff-Plasma. Im Plasma lösen sich Elektronen von den Wasserstoffatomen. Dadurch setzen Fusionsreaktionen ein und das setzt extreme Energie frei - zumindest in der Theorie. In der Praxis brach der Prozess nach einer halben Sekunde wieder ab. Zu kurz, um das Plasma im Kraftwerksbetrieb zu nutzen. 

Bis 2020 soll Wendelstein 7-X den Prozess schrittweise bis auf 30 Minuten verlängert werden. IPP-Direktor, Robert Wolf sagte: "Wir simulieren schon in weiten Teilen den Kraftwerksbetrieb."

Rund eine Milliarde Euro für Wendelstein 7-X

Nach Angaben des IPP wird es noch mehrere Jahrzehnte dauern, bis die Kernfusion den Menschen Energie liefern kann. Wie Projektleiter Thomas Klinger erläuterte, wechselten die Forscher beim Wendelstein-Experiment nun von Plasmen aus Helium zu Wasserstoff, ihrem eigentlichen Untersuchungsobjekt. Im Dezember 2015 war zum Betriebsstart der Anlage das erste Plasma aus Helium erzeugt worden. Dieses Gas geht leichter in Plasma über als Wasserstoff.

Das Greifswalder Institut mit rund 400 Mitarbeitern gehört zum IPP im bayrischen Garching. Dort wird ebenfalls an einem Kernfusionsreaktor geforscht. Das rund eine Milliarde Euro teure Greifswalder Kernfusionsexperiment "Wendelstein 7-X" ist laut IPP die weltgrößte Fusionsanlage vom Typ Stellarator. Energie wird mit "Wendelstein 7-X" nicht gewonnen werden, dazu ist die Anlage mit 16 Metern Durchmesser und 5 Metern Höhe zu klein.

03.02.2016, Quelle: dpa
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