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41 Millionen Kleinkinder zu dick WHO: Fettleibigkeit bei Kindern bekämpfen

BildÜbergewichtiges Kind
Übergewichtiges Kind

(Quelle: dpa)

VideoDeutsche Kinder nehmen zu
Kinder und Jugendliche in Deutschland werden immer dicker. Das geht aus dem Deutschen Kinder- und Jugendsportbericht hervor, der heute in Essen vorgestellt wurde.

Kinder und Jugendliche in Deutschland werden immer dicker. Das geht aus dem Deutschen Kinder- und Jugendsportbericht hervor, der heute in Essen vorgestellt wurde.

(14.08.2015)

Video"Kinder an den Herd holen"
Sarah Wiener

In die Brotbox sollten: "Gemüsesticks, Obststicks und Vollkornbrot, keine Milchschnitten", so Köchin Sarah Wiener, die mit der Initiative "Ich kann kochen!" gegen Übergewicht bei Kindern kämpft.

(16.10.2015)

Weltweit sind 41 Millionen Kinder unter fünf Jahren zu dick - das sind zehn Millionen mehr als 1990. Wie ein "Albtraum" explodierten die Zahlen in Entwicklungs- und Schwellenländern, teilt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit und ruft dazu auf, das Problem weltweit zu bekämpfen. 

Die WHO räumte ein, dass Übergewicht bei kleinen Kindern lange Zeit nicht als größeres Gesundheitsproblem angesehen worden sei. Doch Untersuchungen über zwei Jahre in über hundert Ländern hätten gezeigt, dass die Lösung des Problems nicht allein bei den Familien liegen könne. Vielmehr sei eine "konzertierte" globale Antwort von Regierungen und der Gesundheitspolitik notwendig. Werde nichts getan, drohe die "Epidemie" die vielen Fortschritte bei der Gesundheit der Menschen und ihrer Lebenserwartung wieder zunichte zu machen.

"Es ist nicht die Schuld der Kinder"

Als besonders besorgniserregend bezeichnete die WHO die rasant wachsende Zahl zu dicker Kleinkinder in ärmeren Ländern. Knapp die Hälfte der übergewichtigen oder fettleibigen Jungen und Mädchen im Alter unter fünf Jahren (48 Prozent) lebt demnach in Asien, ein Viertel in Afrika. Dort hat sich deren Zahl binnen 15 Jahren fast verdoppelt, von 5,4 Millionen auf 10,3 Millionen. In vielen dieser Länder gälten dicke Kinder als "gesund", merkte die Kommission an.

Wichtigste Botschaft sei: "Es ist nicht die Schuld der Kinder", sagte der Co-Vorsitzende der Kommission, Peter Gluckman. Neben der allgemeinen Förderung einer gesünderen Lebensweise regte der Bericht eine Steuer auf überzuckerte Speisen und Getränke sowie die psychologische Betreuung fettleibiger Kinder an. Dies möge allzu sehr nach gesundem Menschenverstand klingen, doch hätten viele Länder diese Strategien noch gar nicht oder nur unzureichend umgesetzt, sagte Glucksman.

Keine Daten über deutsche Kleinkinder

Grundlage für die Einstufung als übergewichtig ist der Body-Mass-Index (BMI), der sich aus dem Verhältnis von Körpergröße zu Gewicht errechnet. Fettleibige (adipöse) Menschen haben ein erhöhtes Risiko für viele Gesundheitsprobleme, etwa Diabetes Typ 2 oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch die Psyche kann leiden.

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Hierzulande gibt es der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG) zufolge keine aktuellen Daten über die Zahl kleiner, dicker Kinder. Eine repräsentative Erhebung unter Drei- bis Sechsjährigen habe es zuletzt zwischen 2003 und 2006 gegeben, sagte Sprecherin Stefanie Gerlach. Die DAG gehe aber davon aus, dass die Zahlen im Kindes- und Jugendalter auf einem hohen Niveau geblieben sind.

Werbung für Ungesundes einschränken

Die WHO wandte sich mit zahlreichen Empfehlungen direkt an die Staaten. "Ein stärkeres politisches Engagement ist notwendig, um die globale Herausforderung von kindlichem Übergewicht und Fettleibigkeit anzugehen", so Gluckmant. So könnten etwa Standards für Schulessen, eine Zucker-Steuer oder die Beschränkung von Werbung für ungesundes Essen helfen.

Auch die DAG sieht den Staat in der Pflicht. "Alle Erfahrungen haben gezeigt, dass freiwillige Selbstverpflichtungen der Lebensmittelindustrie nicht wirksam sind", sagte Gerlach. Deshalb fordere ihr Verband eine Zucker-Fett-Steuer. Werbung für ungesunde Lebensmittel und Getränke, die sich an Kinder und Jugendliche wende, sollte beschränkt werden. Alle Bundesländer sollten zudem Qualitätsstandards für Schulessen verbindlich festlegen.

25.01.2016, Quelle: afp, dpa
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