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merkzettel

Erderwärmung "Wir zerstören unsere Lebensgrundlage"

VideoVorbereitungen vor Weltklimakonferenz
Archiv: Ein riesiges Eisstück bricht am 07.03.2007 vom weltberühmten Perito-Moreno-Gletscher in Patagonien ab.

Beim Weltklimagipfel in Paris soll sich, trotz der angespannten Sicherheitslage, zwei Wochen lang alles ums Klima drehen. ZDF-Reporterin Julia Theres Held berichtet über die letzten Vorbereitungen in Paris.

(28.11.2015)

VideoWas kommt nach Kyoto?
Screenshot

In Paris soll im Dezember ein weltumfassendes Klima-Abkommen für 194 Nationen gefunden werden. Doch die Interessen von Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern liegen weit auseinander.

(20.11.2015)

VideoHohe Erwartungen vor dem Klimagipfel
Volker Angres im Gespräch mit Nadine Krüger bei

Die Erwartungen an die 21. UN-Klimakonferenz sind hoch: Können Ziele vereinbart werden, die von allen Nationen umsetzbar sind? ZDF-Umwelt-Experte Volker Angres kennt die Details.

(27.11.2015)

InfografikWo unser Strom herkommt
Einsatz von Energieträgern zur Stromerzeugung in Deutschland

(Quelle: ZDF)

Der Mensch heizt die Erde dramatisch auf: Auf der Weltklimakonferenz muss die Politik die Notbremse ziehen, fordert Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber im heute.de-Interview. Ändere sich nichts, "steuert unsere Zivilisation auf den Hitzetod zu". 

heute.de: Die Erde heizt sich derzeit so stark auf wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit. Was geschieht, wenn wir so weitermachen wie bisher?

Hans Joachim Schellnhuber ...
Archiv: Hans Joachim Schellnhuber am 06.09.2012 im Bundesumweltministerium in Berlin.

... ist Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und Professor für Theoretische Physik an der Universität Potsdam sowie am Santa Fe Institute in den USA. Der international bekannte Klimaforscher berät unter anderem die Bundesregierung in Umweltfragen. In seinem aktuellen Buch "Selbstverbrennung" beschreibt Schellnhuber die "fatale Dreiecksbeziehung zwischen Klima, Mensch und Kohlenstoff".

Hans Joachim Schellnhuber: Wenn wir weiter so massiv Treibhausgase ausstoßen, dann könnte es im Jahr 2100 – in nur ein, zwei Generationen – im weltweiten Mittel vier Grad wärmer sein. Das wäre eine andere Welt, als wir sie heute kennen. Eine Welt voller Risiken: mit mehr Wetterextremen, mehr Meeresspiegelanstieg, mehr Missernten in Afrika. 2300 könnte es dann im Schnitt zehn bis zwölf Grad wärmer sein auf dem Planeten – weite Teile wären wohl unbewohnbar. Und: Viele Treibhausgase, vor allem das CO2, werden im Kohlenstoffkreislauf der Erde noch in Jahrtausenden spürbar sein. Wenn wir weiter wie bisher fossile Brennstoffe verfeuern, können wir das nicht mehr reparieren.

heute.de: Nach vielen gescheiterten Versuchen soll die Politik während der Weltklimakonferenz in Paris die Notbremse ziehen. Welche Ergebnisse erwarten Sie?

Schellnhuber: Für den Konferenzbeginn haben sich mehr als 100 Staats- und Regierungschefs angekündigt. Ich hoffe auf eine starke Botschaft von ihnen, und auf ein substanzielles Abkommen. Etwa, dass die "Dekarbonisierung" unserer Wirtschaftsweise schon Mitte dieses Jahrhunderts abgeschlossen sein muss. Das heißt: ein kompletter Umstieg von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Energien. Ziel muss sein, dass die Erderwärmung keinesfalls die Zwei-Grad-Marke überschreitet, sondern im Idealfall darunter bleibt.

Weitere Links zum Thema
heute.de: Warum ist das Zwei-Grad-Ziel so wichtig?

Schellnhuber: Weil jenseits dieser Grenze die Risiken drastisch zunehmen. Wir würden Verschiebungen im Golfstrom und in den Monsun-Systemen bekommen. Der grönländische Eisschild könnte abschmelzen. Die Folge wäre, dass langsam aber unaufhaltsam der Meeresspiegel meterweise ansteigen würde. Wir stoßen heute innerhalb weniger Jahrzehnte Prozesse an, die dann viele Jahrhunderte anhalten.

heute.de: Paris allein wird die Erde nicht vorm Klimakollaps retten. Was muss danach geschehen?

Schellnhuber: Wichtig ist, dass den Worten Taten folgen, dass sich die Politik auch im Alltag nicht vom Kurs abbringen lässt. Wenn wir die Klimarisiken begrenzen wollen, muss so schnell wie möglich der Scheitelpunkt der globalen CO2-Emissionen erreicht werden. Dann muss es mit fünf bis sechs Prozent pro Jahr richtig schnell runtergehen. Die Politik steht vor einer neuartigen, immensen Aufgabe: Sie muss hier und heute schon ein ganzes Jahrhundert und die ganze Welt in den Blick nehmen. Und Maßnahmen ergreifen, um desaströse Entwicklungen zu verhindern.

heute.de: Sie haben immer wieder beklagt, dass die Politik nicht auf die Wissenschaft hört. Hat sich inzwischen etwas Grundlegendes verändert?

Schellnhuber: Angela Merkel, bekanntlich eine Physikerin, versteht die Herausforderung Klimawandel sehr gut. Natürlich wird sie durch immer neue Krisen in Anspruch genommen – Euro, Flüchtlinge, Terror – aber sie verliert dabei das Jahrhundertproblem Erderwärmung nicht aus den Augen. Immer mehr wichtige Staats- und Regierungschefs weltweit wissen heute, was Sache ist. Offen ist, ob sie sich in Paris einigen. Ich bin aber zum ersten Mal seit langer Zeit vorsichtig optimistisch.

UN-Klimagipfel: Fragen und Antworten

Maximal zwei Grad - die Ausgangslage

Kohlekraftwerk in Gelsenkirchen

Zwei Grad Celsius seit dem Beginn des Industriezeitalters - stärker darf sich die Erdatmosphäre nicht erwärmen, wenn die Folgen beherrschbar bleiben sollen. Darauf hat sich die Weltgemeinschaft verständigt. Die Staaten ringen beim UN-Klimagipfel in Paris um ein verbindliches Abkommen, um die Erderwärmung in Schach zu halten. Hauptverursacher der Aufheizung sind die fossilen Brennstoffe Kohle, Öl und Gas. Sie müssten zu großen Teilen im Boden bleiben und dürften nicht mehr verbrannt werden.

Das ist die Ausgangslage: Gegenwärtig leben rund 7,3 Milliarden Menschen auf der Erde. Sie verbrauchten im vergangenen Jahr fast so viel Energie, wie umgerechnet in 13 Milliarden Tonnen Öl steckt. Der Verbrauch solcher Primärenergie aus fossilen Quellen erhöhte sich um 0,9 Prozent - ein relativ geringer Anstieg. In den letzten zehn Jahren lag die Zunahme des globalen Energieverbrauchs im Schnitt bei 2,1 Prozent pro Jahr.

Der wichtigste Energieträger weltweit ist dabei das Erdöl mit einem Anteil von einem Drittel. Zusammengenommen decken die fossilen Energien 87 Prozent des weltweiten Bedarfs. Wasserkraft trägt sieben Prozent bei, die erneuerbaren Energien inzwischen zwei Prozent.

Wird der Energieverbrauch steigen oder sinken?

Es gibt keine Indizien für einen sinkenden Energieverbrauch, wenn man den Vorhersagen multinationaler Organisationen und großer Konzerne folgt. Die Internationale Energieagentur IEA rechnet zum Beispiel mit einem Wachstum des globalen Verbrauchs um ein Drittel bis 2040, BP mit einem Plus von 37 Prozent von 2013 bis 2035. Das sind 1,4 Prozent in jedem Jahr. Sparmöglichkeiten in Industrieländern und mehr Energieeffizienz sind in den Prognosen schon berücksichtigt.

Warum verbraucht die Welt immer mehr Energie?

Mumbai

In den Industriestaaten nimmt der Energieverbrauch nicht mehr zu, aber außerhalb der OECD-Länder vor allem in den Schwellenländern. Wichtiger Treiber ist die wachsende Weltbevölkerung. Sie soll von heute 7,3 Milliarden bis 2040 auf rund neun Milliarden Menschen steigen. Jeder benötigt Nahrung und Energie. Verstädterung ist ein mächtiger Trend und Städter verbrauchen mehr Energie als Landbewohner.

Die Menschen werden zudem wohlhabender: Während die Weltbevölkerung um 30 Prozent zunimmt, erhöht sich die Wirtschaftsleistung bis 2040 um 140 Prozent. Die globale Mittelklasse könnte sich bis 2030 auf 4,7 Milliarden Menschen mehr als verdoppeln - ebenso die Zahl der Autos bis 2040 auf 1,8 Milliarden. Das bedeutet rechnerisch ein zusätzliches Auto pro Sekunde, 25 Jahre lang. Dies alles treibt den Energieverbrauch nach oben: In 20 Jahren sollen es 17,5 Milliarden Tonnen Öleinheiten sein.

Ist das Energiewachstum klimaneutral möglich?

Stahlindustrie - Arbeiter am Hochofen

Aus derzeitiger Sicht kaum. Es gibt zwar durchaus Anzeichen für eine globale Energiewende. Die Förderung von Öl und Gas wird teurer, erneuerbare Energie billiger. Aber das ist nicht durchgreifend. Nach dem Szenario der IEA werden bis 2040 rund 7,4 Billionen US-Dollar in regenerative Energien investiert. Das sind aber nur 15 Prozent der gesamten Investitionen in die globale Energieversorgung. Erneuerbare Energien werden vor allem für die Stromerzeugung eingesetzt. In der Industrie aber - zum Heizen sowie als Treibstoff für Autos, Schiffe und Flugzeuge - sind fossile Brennstoffe dagegen schwer zu ersetzen.

Wie entwickelt sich der Einsatz fossiler Energie?

Ölpumpe

Erdöl ist der wichtigste und auch der tendenziell knappste unter den fossilen Energieträgern. Sein Anteil am Energiemix wird sinken, weil der Ölverbrauch langsamer wächst als der gesamte Energieverbrauch. Gegenwärtig verbraucht der Planet 91 Millionen Barrel (je 159 Liter) Öl am Tag, im Jahr 2040 werden es "erst" 108 Millionen Barrel sein. Vereinbar mit dem Klimaziel wären aber nur 80 Millionen Barrel - und langfristig gar kein Öl mehr.

Auch der Verbrauch von Gas und Kohle wird weiter zunehmen. Jeder der drei fossilen Träger wird in 20 Jahren 26 bis 28 Prozent zur globalen Versorgung beitragen, zusammen ungefähr 82 Prozent. Erneuerbare Energien kommen auf acht Prozent.

Ist damit das Zwei-Grad-Ziel erreichbar?

Die CO2-Emissionen aus Energiekonsum dürften bis 2035 um ein Viertel steigen - trotz höherer Energieeffizienz, technischen Fortschritts und klimapolitischer Maßnahmen der Staaten. Der globale CO2-Ausstoß aus Energie dürfte dann bei rund 40 Milliarden Tonnen jährlich liegen, der deutsche Anteil daran bei geschätzten zwei Prozent.

Für das von der Weltgemeinschaft angepeilte Zwei-Grad-Ziel bedeutet das: Es ist so nicht zu erreichen. Dazu müssten bis 2050 rund 80 Prozent der förderbaren Kohle, die Hälfte der Gasvorkommen und 30 Prozent des Erdöls im Boden bleiben. Und auch dann läge die Chance nur bei 50 Prozent.

Sind derlei Prognosen nicht interessengeleitet?

Eine Bohrinsel des Konzerns Shell wird die Küste der USA entlang nach Norden geschleppt

Greenpeace wirft Shell und BP vor, sie unterschätzten das Wachstum erneuerbarer Energien und überschätzten die Möglichkeiten von CO2-Abscheidung und -Deponierung. Nun sind Prognosen über mehrere Jahrzehnte immer von Unwägbarkeiten und Risiken begleitet und treten kaum einmal ganz genau ein. Energiekonzerne analysieren die Märkte, um wahrscheinliche Entwicklungen vorherzusagen - und richten an diesen Analysen dann ihre Strategien und Investitionsentscheidungen aus. Sie dürften daher kein Eigeninteresse an falschen Prognosen haben, weil diese falsche Entscheidungen und damit Fehlinvestitionen nach sich ziehen könnten.

(Quelle: dpa)

heute.de: Andererseits befürchten Sie, dass die Menschheit aus Gier und Dummheit den Schritt in die "Selbstverbrennung" geht.

Schellnhuber: Die Selbstverbrennung ist natürlich eine schreckliche Metapher. Aber ich habe sie sehr bewusst zum Titel meines Buches gemacht. Wir verbrennen in der modernen Industriegesellschaft zu viel Kohlenstoff, wir zerstören damit unsere Lebensgrundlage.

heute.de: Sie sagen, die Menschheit müsse die "Diktatur des Jetzt" überwinden. Was meinen Sie damit?

Schellnhuber: Extrem wertvolle fossile Rohstoffe, die sich in 500 Millionen Jahren gebildet haben, zu Kohle und Öl geronnenes Sonnenlicht, beuten wir in einem Jahrhundert aus. In irrem Tempo verschleudern wir die Energieschätze der Vergangenheit für unseren Wohlstand heute – und das auf Kosten der Welt von morgen. Unsere Kinder und Kindeskinder werden die Auswirkungen unseres Ausstoßes von Treibhausgasen erst so richtig zu spüren bekommen, aber sie können natürlich heute ihre Stimme nicht erheben. Das nenne ich "die Diktatur des Jetzt". Aber es gibt Alternativen: Wir haben inzwischen alle technischen Möglichkeiten, um nachhaltig zu wirtschaften. Es müsste nur noch schneller gehen. Wir müssen die Treibhausgase jetzt radikal begrenzen, sonst kommt unser großartiger technischer Fortschritt einfach zu spät.

Das Interview führte Marcel Burkhardt.

Klimaszenarien für Deutschland

Hitzestau

Hitze

Der Klimawandel geht auch an Deutschland nicht spurlos vorbei: Modellrechnungen gehen davon aus, dass Wetterextreme häufiger und heftiger werden. Bis zur Mitte des Jahrhunderts dürfte der Temperaturanstieg je nach Region und Saison 1,5 bis 3,7 Grad betragen.

In einigen deutschen Großstädten ist es schon heute punktuell bis zu zehn Grad wärmer als im Umland, befördert auch von gespeicherter Hitze in dichter Bebauung. In den heimischen Metropolen - außer Hamburg - drohen mittelfristig mehr Gesundheitsbeeinträchtigungen bis hin zu deutlich mehr Hitzetoten. Vor allem ältere Menschen werden unter der wachsenden Zahl heißer Tage leiden, heißt es in einer Analyse des Umweltbundesamts.

Im Jahr 2015 lag der Temperaturrekord bei 40,3 Grad, gemessen in Kitzingen. "Das ist hochbelastend", sagt Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes. "Und wenn sie 40,3 ein paar Tage hintereinander haben, dann fühlen Sie sich nicht mehr wohl." Das seien zwar Einzelheiten, aber sie gäben einen Vorgeschmack auf das, was Deutschland erwartet, mahnt der Experte.

Viel Wasser

Gewitterregen in Köln

Nordrhein-Westfalen ist schon jetzt Spitzenreiter beim Niederschlag - infolge des Klimawandels dürfte es dort noch nasser werden, erwarten Experten. Deutschlandweit sind im Sommer mehr und heftigere Niederschläge als derzeit zu erwarten und im Winter weniger.

Zugleich werden voraussichtlich Überflutungen zunehmen. Besonders schlimm treffen dürfte es Hamburg, Bremen und auch wieder das Rhein-Ruhr-Gebiet, wegen der Gletscherschmelze in den Alpen könnte der Rheinpegel steigen. Straßen und Schienen, Gebäude und Brücken seien gefährdet, heißt es in einer Studie des Deutsche Wetterdienstes und des Umweltbundesamtes. Das Elbhochwasser 2013 hat das bereits schmerzlich spüren lassen. "Wenn Schäden an Deichen auftreten, dann steigt natürlich auch die Wahrscheinlichkeit von Schäden im Hinterland", sagt Inke Schauser vom Umweltbundesamt.

Schneemangel im Süden

In den Alpen steigen die Temperaturen fast doppelt so stark wie im deutschen Durchschnitt. Wintertourismus wird hierzulande mittelfristig nur noch in einer Hand voll Hochlagen möglich sein - langfristig nur noch an der Zugspitze.

Stress für die Natur

Waldsterben

Besonders das Thüringer Becken und die Thüringer Wälder mit ihren vielen Fichten sind anfällig für Dürren, Hitzebelastungen, Krankheiten sowie Schädlingsbefall und Stürme. Im Hallertau, einem der größten Hopfenanbaugebiete der Welt, registrieren die Landwirte schon jetzt mehr Ernteausfälle durch Hagel und Starkregen.

Andere Pflanzen begünstigt der Klimawandel. So breiten sich hoch allergene Arten wie die Beifuß-Ambrosie aus. In Seen könnten sich toxische Blaualgen ansiedeln, ausbreiten könnten sich auch Schädlinge oder Überträger von Krankheitserregern wie Mücken, Zecken oder Nager.

Kosten

Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser

Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) würde Sachsen-Anhalt, gemessen an seiner Wirtschaftsleistung, am meisten für Klimaschäden zahlen müssen. Den volkswirtschaftlichen Gesamtschaden bis 2050 beziffert das DIW auf 800 Milliarden Euro bundesweit.

Einige Folgen für Industrie und Gewerbe seien indes beherrschbar, auch im Tourismus, sagt Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamts. "Mit Ausnahme des Wintersports, da wird es in der Tat schwierig." Kein Schnee, kein Skihang.

(Quelle: dpa)

29.11.2015
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