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World Press Photo Award in Amsterdam Pressefoto des Jahres: Baby an Stacheldrahtzaun

BildPressefoto 2015
Der australische Fotograf Warren Richardson fotografierte einen Flüchtling, der im Mondlicht sein Baby durch einen Stacheldraht reicht

(Quelle: reuters)

"Visuell unglaublich kraftvoll, aber gleichzeitig auch sehr nuanciert": Das Bild eines Babys, das von Flüchtlingen unter einem Stacheldraht an der serbisch-ungarischen Grenze durchgereicht wird, ist das Welt-Presse-Foto des Jahres 2015. Gemacht hat es der australische Fotograf Warren Richardson. 

Ein grobkörniges Schwarz-Weiß-Foto von einem Flüchtling, der ein Baby unter einer Stacheldrahtabsperrung hindurchreicht, ist zum Pressefoto des Jahres 2015 gekürt worden. Das teilten die Organisatoren des World Press Photo Award in Amsterdam mit. Aufgenommen wurde das Foto mit dem Titel "Hoffnung auf ein neues Leben" von dem australischen Fotografen Warren Richardson. Ihm gelang die Aufnahme an der serbisch-ungarischen Grenze bei Röszke. Das Foto habe "wegen seiner Einfachheit eine solche Kraft", sagte der diesjährige Jury-Vorsitzende Francis Kohn. "Insbesondere wegen der Symbolkraft des Stacheldrahts".

Die Jury sei der Ansicht, dass dieses Bild "alles hat", um einen starken visuellen Eindruck davon zu vermitteln, "was mit den Flüchtlingen geschieht", sagte Kohn. Der Vize-Fotochef von Al-Dschasira in den USA, Vaughn Wallace, lobte das Foto als "unglaublich kraftvoll". Der in Budapest ansässige freischaffende Richardson hatte mit einer Gruppe von rund 200 Flüchtlingen fünf Tage lang an der serbisch-ungarischen bei Röszke campiert, als die Menschen in der Nacht vom 28. August 2015 durch die Absperrungen drangen.

"Katz und Maus mit der Polizei"

"Wir haben die ganze Nacht Katz und Maus mit der Polizei gespielt", erinnerte sich Richardson in einer Erklärung des World Press Awards. "Es war gegen drei Uhr morgens, als ich das Foto machte, und man kann kein Blitzlicht verwenden, während die Polizei versucht, diese Leute zu finden." Er habe das Foto daher nur mit Hilfe des Mondlichts aufgenommen. Die Nachrichtenagentur AFP erhielt vier Preise, darunter den ersten Preis in der Kategorie Spot News. Sameer al-Dumi wurde für seine Aufnahmen kurz nach Luftangriffen auf die syrische Stadt Duma bei Damaskus ausgezeichnet. Sein syrischer AFP-Kollege Amd Dumani wurde mit dem zweiten Preis in der Kategorie General News bedacht. Dumani fotografierte bei Luftangriffen auf Duma getötete Kinder.

Den zweiten Platz in der Kategorie Spot News belegte Roberto Schmidt für seine dramatischen Bilder von der durch ein Erdbeben ausgelösten tödlichen Lawine am Mount Everest. Den dritten Preis in dieser Kategorie wurde dem in der Türkei ansässigen AFP-Fotografen Bülent Kilic für Fotos von Flüchtlingen an der türkischen Grenze zugesprochen. Die Jury hatte in den Wochen in Amsterdam mehr als 80.000 Fotos gesichtet, die 5.775 Fotografen aus 128 Ländern eingereicht hatten. Insgesamt erhalten 41 Fotografen aus 21 Ländern einen Preis in neun Kategorien.

18.02.2016, Quelle: afp
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